Traditioneller Maibaum in Neusiedl/ Waidmannsfeld

Der Obmann der Waldwirtschaftsgemeinschaft Piestingtal, Anton Weißenberger, hält die Tradition in Neusiedl hoch. Pünktlich am 1. Mai hat er den traditionellen Maibaum aufgestellt. Natürlich musste es auch heuer wieder eine Schwarzkiefer sein, die er selbst frisch aus dem Pecherwald geholt hat. Der Geräteschuppen im Hintergrund ist übrigens auch aus widerstandsfähigem Schwarzföhrenholz gezimmert.

Das Aufstellen des Maibaumes erfolgt traditionell am Tag vor dem 1. Mai. Das Maibaum-Aufstellen wird - wie normalerweise auch das spätere Umschneiden des glattgeschälten Baumes - mit einem Fest begangen, das heuer aber aufgrund des Lockdowns ausfallen musste. Den Beweis für die lang gepflegte Tradition in Neusiedl/Waidmannsfeld liefert das historische Bild - das vermutlich in den 1970er-Jahren aufgenommen wurde.

Maibäume haben eine lange Tradition. Ihr Aufstellen ist bereits im 13. Jahrhundert urkundlich belegt worden. Man begegnet dem Brauch des Maibaum Aufstellens in mehreren Ländern innerhalb und außerhalb Europas. Die Symbolik des Maibaums beruht vor allem im heidnischen Brauchtum; so wurde der Maibaum im 17. Jahrhundert, der Zeit der Hexenverfolgung, in der Walpurgisnacht vom 30. April zum 1. Mai aufgestellt, um böse Geister zu vertreiben. Dabei war es wichtig, dass der Stamm des Baumes ordentlich abgeschält wurde, damit die „Hexen sich nicht unter der Rinde festsetzen“ konnten.